Erste Frage: Karla befindet sich beim Schweizerhaus.
Was ist das?
Woher kommt der Name? Wodurch ist das Schweizerhaus berühmt?
Was hat die Schweiz mit Wien zu tun?
Also, die Weltausstellung 1873 war ein großartiges Ereignis für Wien. Die ganze Welt sollte die glanzvolle Metropole der Monarchie bewundern. Mehr als 1000 Aussteller waren anwesend; etwa 7 Millionen Menschen besuchten diese Ausstellung. Sie wirkt bis heute in Wien nach. Das Riesenrad etwa ist noch ein Relikt dieser Weltausstellung.
Leider machten ein Börsenkrach (Schwarzer Freitag) und eine Choleraepidemie den Erfolg der Weltausstellung zunichte.
Das Schweizerhaus war Teil einer Länderschau. Angeblich aber steht bereits seit 1766 an dieser Stelle eine Gastwirtschaft mit Schweizer Bezug ("Zur Schweizer Hütte"), weil Schweizer Jagdtreiber die damals noch ausschließlich adeligen Jagdgäste des Kaisers bewirteten. Ebenfalls solles geheimer Treffpunkt der Raucher gewesen sein ("Zur Tabakspfeife", um 1800).
1868 wurde die "Schweizer Meierei" eröffnet und wurde bald zum Synonym für gepflegtes Bier und köstliche Stelzen. Auch heute ist die Gastwirtschaft täglich Treffpunkt für zahlreiche Wiener und Besucher. Ein Wahrzeichen des Wiener Praters - leider aber hatte es bei Karlas Besuch noch geschlossen. Sie muss also wiederkommen....
6 Kommentare:
Da hab ich doch herrliches Bier getrunken
ana from padua
oh, I remember well
leonie
Ein schönes Ostergeschenk, danke!
Beim Googlen viel Interessantes gefunden und u. a. auf das "Lexikon der Sprachirrtümer Österreichs" gestoßen!
Das "Schweizerhaus" im Wiener Prater heißt so, weil es von Schweizern gegründet wurde? - Ganz falsch!
Textauszug aus Grüner, Sigmar - Sedlaczek, Robert: Lexikon der Sprachirrtümer Österreichs:
Das "Schweizerhaus" ist ein beliebtes Gartenrestaurant im Wiener Prater, wo Schweinsstelzen (= Eisbein) serviert werden. Der Name leitet sich ab von einer früheren "Schweizer Meierei", die schon 1868 eröffnet wurde. Von 1907 bis 1920 führte ein gewisser Jan Gabriel die Gaststätte, ehe der legendäre Karl Kolarik das "Schweizerhaus" übernahm und zu einem kulinarischen Wahrzeichen Wiens machte.
Mit der Schweiz oder mit Schweizern hat weder die "Schweizer Meierei" noch das "Schweizerhaus" etwas zu tun. Jahrhunderte hindurch war die Schweiz ein Symbol für Reichtum und für gepflegte (und opulente) Gastronomie, und von daher kommt die Namensgebung.
Aus diesem Grund nannte auch der Hotelier Fritz Hartwieger sein in Dornbach etabliertes Hotel mit angeschlossenem Restaurant "Wiener Schweiz". Wie man einer Einschaltung des "Wiener Almanach" aus dem Jahre 1909 entnehmen kann, gab es von Mai bis Oktober Backhühner und in den restlichen Monaten des Jahres lud man zum fröhlichen Ganslessen.
Aus Dankbarkeit für die Schweizer Hilfslieferungen nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Park neben dem Südbahnhof umbenannt – von "Maria-Josefa-Park" in "Schweizer Garten".
Was könnte Karla bei ihrem nächsten Besuch wohl hier bestellen? Ein Eiaufstrichbrot?
danke, buchzeiger für diesen Kommentar.
Ein Eiaufstrichbrot gibt es im Schweiterhaus meines Wissens nach nicht, wohl aber woanders.
leonie
Zu den Stelzen muss gesagt werden, dass sie – speziell in Berlin, wo man sie kocht und Erbsenpüree dazu serviert – Eisbeine heißen. Hier bei uns in Bayern sagt man eher „Hax’n“. Die Schweizer nennen sie „Gnagi“, auch ein nettes Wort, schöner als „Eisbein“ allemal! Wir Bayern essen sie gegrillt oder gebraten mit einer schönen knusprigen Schwarte, manchmal auch gepökelt, aber selten gekocht! Wie das in Wien ist, würde ich gerne erfahren!
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