Heute, am 1.September 2007, findet im Wiener Wurstelprater der Praterrummel statt. Detailinformationen dazu im Link.
Anlässlich der neuen Karla-Saison ein Text und Bilder dazu. Einmal etwas Literarisches ....
Wurstelprater
das heiße Geschrei der Trompeten.
Glocken und Orgenspiel.
Kähne mit Kindern,
fromm hinziehend auf blauen Kanälen.
Schießstand der Wünsche, gelbe und weiße Blumen
und das purpurne Herz der Geliebten
an einem Draht in der Mitte.
Ein Haus mit Spiegeln,
zerbrechlichen Bildern aus Glas.
Tapeten in Gold und Grün.
Krachende Mechanismen, Engel hinter Moskitonetzen.
Tausende Lampen, die dich betäuben,
Girlanden von Stern zu Stern.
Rotationen, Aufstieg, rasende Abfahrt.
Verbotener Eingang.
Guckkästen, in denen sich Fleisch bewegt.
Ekel und Müdigkeit.
Abseits ein alter Garten. Oh, ausruhn im Stillen!
Der Duft von Brettern, die lange die Sonne beschien.
Nun stehen die Kähne leer.
Wolken und Wind und Regen.
Du kehrst zum Schießstand zurück,
zum Herz der Geliebten.
Und ehe der Clown seine Hand danach ausstreckt,
triffst du die purpurne Mitte.
4 Kommentare:
Guckkästen, in denen sich Fleisch bewegt ... Ekel und Müdigkeit ...
So anstrengend kann der Wurstelprater sein ?!
Tja, Vera Ferra-Mikura hat nicht nur die glänzenden Seiten des Praters gesehen und festgehalten. Touristen sehen vermutlich auch nur die bunten Lichter.
Wenn man aber genauer hinschaut, ist hinter allem Blinken und Lärmen auch zu sehen, dass der Wurstelprater eine Station auf dem Weg nach unten ist. Speziell Oktober, wenn der Rummel zu Ende ist
Vera Ferra-Mikura, noch nie gehört. Klingt aber sehr interessant!
Gertrud (später Vera) Mikura arbeitete nach der Hauptschule in der Vogelhandlung ihrer Eltern. Nach dem II. Weltkrieges war sie in verschiedenen Berufen, zuletzt als Lektorin in einem Verlag tätig. Ab 1946 veröffentlichte sie erste Bücher. 1948 begann sie ihre Laufbahn als freie Schriftstellerin und heiratete im selben Jahr den Operntänzer Ludwig Mikura, mit dem sie zwei Kinder hatte. Ihr Bruder Raimund Gregor Ferra war Grafiker, Mitbegründer der Wiener Schule des phantastischen Realismus (1920-1995) und Mitglied des Künstlerhauses. Zunächst schrieb sie für Erwachsene, wandte sich bald der Kinderliteratur zu. Ihre Werke wurden ausgezeichnet.
Berühmt etwa: Die drei kleinen Stanisläuse
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